Antenne "Hy-gain DX-88" Modifikation

 

Von Helmut Hanserl , OE5AN, Steinbrecherring 23, A-4400 STEYR

 

Die DX-88 Antenne ist eine 8-Band Groundplane-Antenne nach dem  l/4 - Prinzip. Sie benötigt deshalb ein Gegengewicht – entweder Radials oder ein aperiodisches, laut Handbuch.

Mittlerweile ist diese Antenne etwa 10 Jahre am Markt und wird in OE von der Firma Schmidbauer vertrieben. Bei einer Gesamtlänge von 7,5m ist es normal, dass die Bandbreite im 80m-Band, wie bei allen anderen vergleichbaren Antennen, gering ist (ca. 35 bis 45 kHz).

Man muss sich also beim Abgleich entscheiden, auf welcher QRG das beste SWR liegen soll. Abweichungen von dieser Frequenz muss dann der Antennentuner im Transceiver erledigen – soweit er das eben kann! Das schlechte SWR am Koax-Kabel kann er sowieso nicht verbessern. Das Besondere an der DX-88 ist nun aber, dass sich die Abstimmeinheit für das 80 und 40m-Band leicht erreichbar in etwa Kopfhöhe, vom Fußpunkt der Antenne aus gesehen, befindet. Die Resonanzfrequenz wird dabei gleichzeitig für beide Bänder mit denselben Rohrkondensatoren (ca. 1m lang!) verschoben.

Bereits 1996 hatte ich die Idee, anstelle eines dieser Rohrkondensatoren einen Drehkondensator in einem wetterfesten Kunststoffgehäuse zu montieren und diesen über eine isolierte Welle vom Fußpunkt der Antenne aus zu betätigen. Dort montierte ich eine Motor-Getriebeeinheit (ca. 1U/min), welche vom Shak aus über +/- Tasten bedient wird.

Das Gehäuse mit dem Drehkondensator  (100 pF, 1,5 mm Plattenabstand) wurde mit 2 längeren M5 V2A-Schrauben bei den oberen Schellen der 80/40m-Abstimmeinheit montiert – anstelle von 2 Originalschrauben.

Wegen der Stabilisierung des Drehko-Antriebes habe ich die Antenne abgespannt (3x3-fach, mit 2 mm Kevlar), aber bei der windexponierten Montage in 15 m Höhe auf einem Blechdach ist die Abspannung auch so gut für die Lebensdauer.

Dieses Blechdach (Alu, ca.1m breite Bahnen – in der Umgebung der Antenne zusätzlich blindvernietet) ist übrigens das Gegengewicht.

Eine nachträgliche Montage dieser Drehko-Einheit ändert an einer auf allen Bändern abgeglichenen Antenne nichts – es wird nur ein Rohrkondensator entfernt und der verbleibende auf volle Kapazität eingeschoben.

Man kann nun auf 80 und 40 m weit über die Bandgrenzen hinaus von der Station aus auf ein SWR von fast überall 1:1 abstimmen. 30m und 20m sind auch noch geringfügig beeinflussbar.

 

Im vergangenen Herbst habe ich umfangreiche Versuche unternommen, einen direkten Antrieb des Drehkondensators anstelle des mechanisch etwas schwierig zu realisierenden Isolierwellenantriebes anzubringen.

 

Der Getriebemotor befindet sich nun auf HF-Potential beim Drehkondensator im Isoliergehäuse. Die Zwillingslitze für die Motoranspeisung geht durch eine Bohrung (B1) unterhalb der 80/40m-Abstimmeinheit durch das Antennenrohr zum Fußpunktisolator. Durch eine zweite Bohrung (B2) kommt dort die Zwillingslitze wieder nach außen und wird hier über ein handelsübliches, wetterfestes Netzentstörfilter geführt. Mein verwendetes Filter enthält u.a. 2 Ringkerndrosseln mit je 10mH – es gibt auch Typen mit 40mH (Conrad-Katalog). Wichtig sind hier hohe Induktivitäten, damit die Fußpunktimpedanz der Antenne nicht beeinflusst wird.

Am Motor und am Filter sind zusätzlich je zwei 10nF/1kV-Kondensatoren anzulöten.

Habe vorher mit selbstgewickelten Drosseln, in Filmdosen verpackt, mit unbefriedigendem Ergebnis, herumprobiert!

Beim über 7 Jahre alten Antrieb am Fußpunkt der DX-88 wäre eine Stellungsanzeige des Drehkondensators über ein Potentiometer und Instrument bei der Station möglich gewesen – ich stimme aber immer mit kleiner Leistung über das SWR-Meter ab. Möglich wäre aber ein Antrieb über einen Schrittmotor mit nummerischer Stellungsanzeige im Shak. Dazu wäre allerdings eine 4-adrige Anspeisung und entsprechend aufwändigere Entkopplung erforderlich.

 

Viel Erfolg mit der modifizierten „Hy-gain DX-88“ auf 80 und 40m

wünscht Euch Helmut, OE5AN

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